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Die reichsten 1% in der EU besitzen ein Viertel allen Vermögens.

Die ärmere Hälfte der Bevölkerung teilt sich 3%.

Oxfam 2025 Statista/WID 2023

Diese Seite erklärt sachlich und faktenbasiert: Was sind Vermögens- und Erbschaftssteuern? Warum sind sie wichtig? Wie setzt man sie um? Wer blockiert — und warum? Und was kannst du tun?

EU-MILLIARDÄRSVERMÖGEN WÄCHST UM

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1. Das Problem: Ungleichheit, die wächst

Seit 1995 hat sich die Vermögenskonzentration in Europa stetig verschärft. Das reichste Prozent baute seinen Anteil aus — die untere Hälfte verlor.

25,5%

des Vermögens beim reichsten 1% (2023)

1995: 22,1%

3,1%

des Vermögens bei der ärmeren Hälfte (2023)

1995: 3,9%

+€400Mrd.

Milliardärsvermögen-Zuwachs in der EU

Allein in den ersten 6 Monaten 2025

21

21 Milliardäre weltweit unter 30 Jahren, 15 aus Europa

19 von 21 haben geerbt (Forbes 2025)

Oxfam: A European Agenda to Tax the Super-Rich (2025) Oxfam: €33 Mio./Stunde Steuerverlust

„Der Kuchen" — Stell dir 100 Personen und das gesamte europäische Vermögen als Kuchen vor:

■ 1 Person bekommt 26 Stücke (25,5%).
■ 50 Personen teilen sich 3 Stücke (3,1%).
■ 49 Personen teilen sich die restlichen 71 Stücke.

„99% der EU-Bevölkerung sind seit 2020 ärmer geworden — während das Vermögen der EU-Milliardäre um ein Drittel auf 1,9 Billionen Euro stieg."

2. Das System steht Kopf

Arbeit und Konsum werden immer stärker besteuert — Vermögen immer weniger. Das ist keine Meinung, sondern messbare Realität.

Steuern auf Arbeit & Konsum

Bringen 13× mehr Einnahmen als Vermögenssteuern. 8 von 10 Euro Steuereinnahmen stammen aus Arbeit und Konsum.

Steuersatz Arbeit: 33,3%→34,8% (2010–2022)
Steuersatz Konsum: 17,7%→18,7%

Steuern für Reichste sinken

Spitzensteuersatz Einkommen sank von 44,8%→37,9% (2000–2023). Körperschaftssteuer von 32,1%→21,2%.

Vermögenssteuern: weniger als 60 Cent pro 10€ Steuereinnahmen.

„In Frankreich zahlt der Durchschnittsbürger ~50% seines Einkommens an Steuern — jemand aus dem obersten 0,0002% nur ~2%."

Milliardäre weltweit zahlen im Schnitt einen effektiven Steuersatz von 0,3% ihres Vermögens — bei einem durchschnittlichen Vermögenswachstum von 7% pro Jahr (netto, nach Inflation, seit 1995).

Ein Arbeitnehmer trägt 116× mehr Steuerlast als ein Milliardär. Von jedem verdienten Euro gehen ~40 Cent an den Staat — vom Vermögenszuwachs eines Milliardärs nur 0,3 Cent.

Oxfam: 13× mehr durch Arbeit/Konsum Zucman: G20 Blueprint 2024

3. Die Lösung: Vermögens- und Erbschaftssteuern

Was ist eine Vermögenssteuer?

Eine jährliche, progressive Steuer auf das Nettovermögen (Vermögen minus Schulden). Nur Vermögen oberhalb eines hohen Freibetrags werden besteuert — über 99% der Bevölkerung sind nicht betroffen.

Was ist eine Erbschaftssteuer?

Eine Steuer auf Vermögensübertragungen durch Erbe oder Schenkung — ebenfalls progressiv, mit hohen Freibeträgen. Sie reduziert die Vererbung extremer Vermögenskonzentration über Generationen.

Der G20-Vorschlag (Zucman 2024)

Eine international koordinierte 2% Mindeststeuer auf das Vermögen von Personen mit mehr als 1 Milliarde USD. Länder können selbst wählen, wie sie diese erreichen (Einkommensteuer, Vermögenssteuer oder Kombination).

Wer bereits 2% seines Vermögens an Einkommenssteuern zahlt, zahlt nichts zusätzlich. Es ist eine „Top-Up-Logik": Gesamtsteuer ≥ 2% des Vermögens.

„Eine 2%-Mindeststeuer auf Centi-Millionäre in der EU würde die Regressivität der europäischen Steuersysteme neutralisieren und 67 Milliarden Euro pro Jahr einbringen."
— EU Tax Observatory, März 2025
G20 Blueprint EU Tax Observatory: Resources for a Safe Europe Europäisches Parlament: UHNWI Taxation

4. Umsetzbarkeit — Mythos Kapitalflucht

Das häufigste Gegenargument: „Die Reichen wandern dann aus." Die Daten widerlegen das.

+77%

Anstieg der Steuererklärungen in Spanien 2011–2022. Die Einnahmen haben sich mehr als verdoppelt.

0,23%

der französischen ISF-Steuerpflichtigen verließen 2014 das Land — 300 kehrten im selben Jahr zurück.

€1.999Mrd.

Gesamteinnahmen Spanien 2023 durch Vermögens- und Solidaritätssteuer — von nur 228.575 Personen.

„Eine Studie in Schweden und Dänemark fand: Ein 1% höherer Spitzensteuersatz reduziert den Bestand reicher Steuerzahler um ~2% — mit sehr geringen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen."

Spanien als Vorbild

Die Solidaritätssteuer auf große Vermögen (2023 eingeführt) erfasste nur 0,1% aller Steuerzahler — 12.010 Personen. Sie brachte 632 Millionen Euro im ersten Jahr. Das Modell zeigt: Eine gut gestaltete Vermögenssteuer trifft nur die Reichsten und bringt signifikante Einnahmen.

Moderne Werkzeuge machen es einfacher denn je

Die EU-Kommission (Studie 2026) bestätigt: Automatischer Informationsaustausch (CRS, DAC), Beneficial-Ownership-Register, digitale Steuerverwaltungen und Exit-Tax-Mechanismen machen Vermögenssteuern heute administrierbarer als je zuvor.

Zucmans Vorschlag enthält zudem einen „Tax Collector of Last Resort"-Mechanismus: Wenn ein Land die Steuer nicht eintreibt, können andere Länder dies tun — ähnlich wie bei der globalen Mindeststeuer für Konzerne.

EU-Kommission: Wealth Taxation Study 2026 Reuters: Spanien €632 Mio. Agencia Tributaria: Patrimonio 2023 Tax Justice Network: Spain Analysis

5. Was es bringt — die Zahlen

€67 Mrd.

pro Jahr: 2% Mindeststeuer auf Centi-Millionäre (EU Tax Observatory)

€121 Mrd.

pro Jahr: 3% Mindeststeuer — 50% des EU-Verteidigungsinvestitionsbedarfs

€286 Mrd.

pro Jahr: progressive Steuer bis 5% auf Multimillionäre/Milliardäre (Oxfam)

Zum Vergleich: Der gesamte EU-Haushalt 2021–2027 beträgt etwa €1.200 Mrd. — also rund €170 Mrd./Jahr. Eine europäische Vermögenssteuer könnte den EU-Haushalt ohne neue Schulden massiv stärken.

Damit finanzierbar:

🏥
24.000
neue Krankenhäuser
📚
1.300.000
Lehrkräfte (Jahresgehalt)
🌍
67.000
neue Windparks
🚆
13.000 km
neue Bahnstrecken
🏘️
335.000
Sozialwohnungen
🛡️
50%
EU-Verteidigungsbedarf

Finanzierbar allein mit den €67 Mrd. der 2%-Mindeststeuer auf Centi-Millionäre in der EU.

EU Tax Observatory: Revenue Estimates Greens/EFA: Wealth Tax Report

6. Die Alternative — was ohne Steuern passiert

Ohne progressive Vermögensbesteuerung setzt sich die Entwicklung fort:

Weitere Vermögenskonzentration

Geld bedeutet politischen Einfluss. Je stärker sich Vermögen konzentriert, desto mehr demokratieverzerrende Macht entsteht. Die UN warnt: ungleiche Steuersysteme untergraben das Vertrauen in die Demokratie.

Bröckelnde Daseinsvorsorge

Ohne faire Einnahmen folgt Austerität: Kürzungen bei Bildung, Gesundheit, Infrastruktur. Die Fairness Foundation (UK) dokumentiert: Vermögensungleichheit ist ein „struktureller Bruch" für Wohlstand und Stabilität.

Mehr Privatisierung

Was der Staat nicht mehr leisten kann, wird privatisiert — und damit teurer und unzugänglicher für Normalverdiener.

„Wir wurden faul und selbstgefällig, dachten, der schwedische Wohlfahrtsstaat sei sicher, machten uns keine Sorgen um die Abschaffung der Vermögenssteuer ... aber ich glaube, es hat alles verändert."
— Jan, schwedischer Rentner, 2026

Schweden als Warnung: 2006 schaffte eine rechtskonservative Regierung die Vermögenssteuer ab (Erbschaftssteuer bereits 2004). Schwedische Rentner berichten heute: „Jetzt wollen die Leute keine Steuern zahlen — manchmal will sogar ich keine Steuern zahlen. Jeder denkt nur noch daran, wie er reich werden kann, statt gemeinsam etwas aufzubauen."

The Conversation: Schwedische Rentner bereuen UN DESA: Net Wealth Taxes Fairness Foundation: Wealth Gap Risk Register 2025

7. Wer blockiert — und warum

In Deutschland, Österreich und der Schweiz positionieren sich vor allem rechte und konservative Parteien gegen Vermögens- und Erbschaftssteuern — während linke und grüne Parteien dafür eintreten.

Deutschland

AfD — DAGEGEN CDU/CSU — DAGEGEN FDP — DAGEGEN SPD — DAFÜR Grüne — DAFÜR Linke — DAFÜR

AfD: Fordert die Abschaffung von Vermögen- und Erbschaftsteuer (Bundestagsdrucksache 20/5611). Argumentiert mit „Doppelbesteuerung", „Substanzsteuer", „mittelstandsfeindlich". Offizielle Position: „Kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem."

CDU/CSU: Im Koalitionsvertrag mit der SPD sind Steuererhöhungen ausgeschlossen. Ablehnung gehört zur „DNA" (ähnlich ÖVP). Bundeskanzler Merz lehnt Vermögens- und Erbschaftssteuern ab — obwohl 55% der Unionswähler dafür sind.

Abgeordnetenwatch: AfD lehnt ab AfD Wahlprogramm The Local: Deutsche befürworten Reichensteuer

Österreich

FPÖ — DAGEGEN ÖVP — DAGEGEN NEOS — DAGEGEN SPÖ — DAFÜR Grüne — DAFÜR

FPÖ: Herbert Kickl: „Keine wie immer gearteten Vermögenssteuern, keine Erbschaftssteuern, keine Schenkungssteuer." Nennt die SPÖ-Vorschläge „Familienstrafsteuer" und warnt vor „Vermögensüberwachung" und „kommunistischen Ansätzen" (FPÖ-Generalsekretär Hafenecker, Feb 2026). Senkung der KÖSt auf 10–20% gefordert.

ÖVP: Staatssekretär Pröll (Feb 2026): „Es gehört zur DNA der Volkspartei, sich gegen Erbschafts- und Vermögenssteuern auszusprechen." Wirtschaftsbund nennt die SPÖ-Vorschläge „Klassenkampf aus dem letzten Jahrhundert."

SPÖ: Kernforderung — aber in der Dreierkoalition (ÖVP-SPÖ-NEOS) überstimmt. Finanzminister Marterbauer (SPÖ-nominiert) sagt: Die Steuer „wird kommen — nächste Legislaturperiode, dann dafür sicher" (Unique Talk, März 2026).

FPÖ: Absage Vermögenssteuer FPÖ Hafenecker: "Vermögensüberwachung" ÖVP: Absage Erbschaftssteuer ORF: Nationalrat lehnt Erbschaftssteuer ab Marterbauer: Erbschaftssteuer wird kommen

Schweiz

SVP — DAGEGEN FDP — DAGEGEN Mitte — DAGEGEN GLP — DAGEGEN SP — DAFÜR Grüne — GESPALTEN

SVP: Nennt die Juso-Erbschaftssteuer-Initiative „Enteignungsinitiative", „Öko-Sozialismus", „Marxismus". Nationalrat Burgherr: „Öko-Sozialismus, der die Wirtschaft schwächt." Egger: „alter Hut mit einem Hauch von Marxismus."

FDP: Teil der bürgerlichen Nein-Allianz. Ständerat Burkart: „verdeckte SP-Initiative", „schafft nur Verlierer". Die Allianz (SVP, FDP, Mitte, GLP, economiesuisse, Gewerbeverband) warnte vor Steuerausfällen von bis zu CHF 3,7 Mrd. pro Jahr.

„Die Juso-Initiative wurde am 30. November 2025 mit 78,3% Nein und 0 von 23 Ständen abgelehnt. Nur zwei Gemeinden (Bern und Schelten) stimmten zu."

ABER: Die Schweiz hat bereits eine funktionierende kantonale Vermögenssteuer und kantonale Erbschaftssteuern. 2022 nahmen die Kantone CHF 5,5 Mrd. an Vermögenssteuern ein, die Gemeinden CHF 3,5 Mrd. Die reichsten 5% zahlen 87% der gesamten Vermögenssteuern. Das System beweist: Vermögenssteuern funktionieren in der Praxis.

SVP: Nein zur Erbschaftssteuer FDP: Initiative schafft nur Verlierer Bundesrat: Abstimmungsresultat SRF: Erbschaftssteuer scheitert klar

Warum lehnen diese Parteien ab? Die Analyse

Die Balken zeigen: Während die Parteien zu 100% dagegen stehen, wollen große Teile ihrer eigenen Wähler:innen das Gegenteil.

1. Spender & Klientel

Rechte Parteien sind finanziell von vermögenden Kreisen abhängig. Die FPÖ-Forderung nach KÖSt-Senkung auf 10% käme fast ausschließlich den Superreichen zugute (88% fließen ans reichste Dezil, laut Momentum Institut). Vox in Spanien und die AfD haben überdurchschnittlich viele vermögende Wähler.

2. Ideologische Rahmung

Deutsche Konservative nennen die Vermögenssteuer „Gift für die Wirtschaft" (Bundestagsdebatten 1996–2016). Die SVP spricht von „Enteignung", die FPÖ von „Vermögensüberwachung". Die Sprache ist bewusst emotional und biologistisch — es geht um Schutz des „Volkskörpers".

3. Cross-Class-Strategie

Rechtspopulistische Parteien nutzen „Producerism": Teilung in „Schaffer" vs. „Schmarotzer". Oben: korrupte Eliten. Unten: Migranten. Die Mitte: der „hart arbeitende Bürger", den man vor Steuern „schützen" will. Soziale Frage wird zur nationalen Frage umgedeutet.

4. Strukturelle Macht

Wissenschaftlich belegt: Die bloße Drohung mit Kapitalflucht diszipliniert Politik — auch ohne explizites Lobbying. Politiker antizipieren die Reaktion Vermögender und vermeiden Reformen präventiv. In Schweden und Österreich war das der Hauptgrund für die Abschaffung.

Jacobin: Europe's Far Right Stands for Business Owners Illiberalism.org: Far Right Economics Cambridge: Impact of PRRPs on Socio-Economic Policies PMC: "Poison to the Economy" — German Wealth Tax Discourse World Elite DB: Political Economy of Wealth Taxes

8. Was die Mehrheit will

In Umfragen zeigt sich ein klares Bild: Die Bürger:innen wollen eine fairere Besteuerung der Superreichen — oft quer durch alle Parteigrenzen.

68%

der G20-Bürger:innen befürworten eine Vermögenssteuer (Ipsos 2024)

9/10

wollen global Superreiche besteuern für bessere öffentliche Dienste (2025)

65%

der EU-Bürger:innen für Steuer auf Reichste (Eurobarometer)

62%

der Deutschen für Vermögenssteuer — inkl. 55% der CDU/CSU-Wähler (Forsa/Stern 2024)

76%

der Franzosen für Wiederherstellung des ISF (Oxfam/Verian 2024)

75%

der RN-Wähler:innen wollen Ultra-Reiche besteuern (Ifop 2024)

„Sogar 75% der britischen Millionäre sagen, sie wären bereit, mehr Steuern zu zahlen, um das soziale und wirtschaftliche Fundament zu schützen, das sie an Großbritannien schätzen."
— Survation-Umfrage für Patriotic Millionaires UK, April 2026

Sogar viele Vermögende sind dafür: 58% der Millionäre im G20-Raum unterstützen eine 2%-Vermögenssteuer (Survation/Patriotic Millionaires 2025). In Deutschland engagieren sich Vermögende bei taxmenow aktiv für höhere Steuern auf große Vermögen. 88% der UK-Millionäre sind stolz auf ihr Land und würden bleiben — trotz Steuer.

Euronews: Europäische Umfragen Stern/Forsa: Deutsche für Vermögenssteuer Oxfam/Verian: Frankreich Umfrage Patriotic Millionaires UK: Polling 2026 Forbes: Majority of Millionaires Support Wealth Tax

9. Mach mit — diese Initiativen kannst du unterstützen

Die gute Nachricht: Es gibt bereits starke Initiativen, Kampagnen und Bewegungen. Hier kannst du aktiv werden:

taxmenow

Initiative Vermögender aus D-A-CH, die sich für Steuergerechtigkeit einsetzen. Appell unterzeichnen.

→ taxmenow.eu

Attac Tax the Rich

70.000 Unterschriften, Bundestagsanhörung Dez 2025. Kampagne läuft weiter.

→ attac.de/taxtherich

Oxfam Deutschland

Kampagne für Vermögenssteuer, Lobbyarbeit im Bundestag. Engagement-Möglichkeiten.

→ oxfam.de

Campact / WeAct

Petition für Steuergerechtigkeit: Vermögenssteuer 2% ab 1 Mio. €. Jetzt unterschreiben.

→ Campact Petition

Patriotic Millionaires

Internationales Netzwerk vermögender Menschen für höhere Reichensteuern. Vorbild UK.

→ patrioticmillionaires.uk

Europäische Bürgerinitiative

350.000+ Unterschriften in 2024. Nicht genug für 1 Mio, aber die Bewegung lebt weiter.

→ ECI "Tax the Rich"
„Wir sind Vermögende im deutschsprachigen Raum und werden zu gering besteuert. Darum setzen wir uns für eine höhere Besteuerung von Vermögen ein, um mehr Chancen, Teilhabe und Zukunftsinvestitionen für alle zu ermöglichen."
— taxmenow e.V.

FAQ — Häufige Einwände

„Das ist doch Doppelbesteuerung — das Geld wurde schon versteuert!"

Jede:r Arbeitnehmer:in zahlt mit bereits versteuertem Einkommen Mehrwertsteuer beim Einkauf. Das ist völlig normal. Wie SPÖ-Finanzminister Marterbauer sagt: „Es ist sachlich wenig stichhaltig, dass etwas, das im Alltag normal ist, für Erben nicht gelten soll." Zudem: Milliardäre zahlen effektiv nur ~0,3% Steuern auf ihr Vermögen. Von „übermäßiger Besteuerung" kann keine Rede sein.

„Das trifft doch den Mittelstand — Omas Häuschen!"

Nein. Alle seriösen Vorschläge setzen hohe Freibeträge. Der Zucman-Vorschlag betrifft nur Vermögen über 100 Mio. €. Das spanische Modell greift ab 3 Mio. €. Die Attac-Petition setzt einen Freibetrag von 1 Mio. € — damit sind über 99% der Menschen nicht betroffen. Betriebsvermögen und selbstgenutzte Immobilien können zusätzlich ausgenommen werden.

„Die Reichen wandern dann aus und wir haben weniger Steuereinnahmen!"

Spanien beweist das Gegenteil: +77% Steuererklärungen, doppelte Einnahmen. In Frankreich verließen nur 0,23% das Land. Die Drohung mit Kapitalflucht ist vor allem ein politisches Druckmittel — strukturelle Macht, keine empirische Tatsache. Moderne Exit-Taxes und internationale Koordination (CRS, Beneficial-Ownership-Register) machen Vermögensverschiebung zudem immer schwerer.

„Österreich/Deutschland ist eh schon ein Hochsteuerland!"

Ja — für Arbeitseinkommen. Aber nicht für Vermögen. Österreich hat seit 1993 keine Vermögenssteuer und seit 2008 keine Erbschaftssteuer. Deutschland hat die Vermögenssteuer 1997 ausgesetzt. Während die Steuerlast auf Arbeit stieg, sank sie für Kapitaleinkommen und Vermögen. Die Frage ist nicht „mehr oder weniger Steuern", sondern: Wer trägt wie viel?